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EUROPÄISCHE INTEGRATION

Nach der Einführung des Euro-Bargelds im Januar 2002 empfanden die Verbraucher die Preissteigerung plötzlich als stärker, als die amtlichen Statistiken tatsächlich auswiesen.
Statistiken zeigen in der Tat, dass zum Zeitpunkt der Euro-Bargeldumstellung die Preise einiger Waren, insbesondere der häufig gekauften, überdurchschnittlich anstiegen. Zum Teil waren diese Preissteigerungen wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass manche Unternehmen und Einzelhändler die Umstellung dazu nutzten, die Preise zu Lasten der Verbraucher zu erhöhen.
Andere Preiserhöhungen hingegen standen nicht in direktem Zusammenhang mit der Einführung der Euro-Banknoten und -Münzen. So stiegen zu dieser Zeit die internationalen Ölpreise und beeinflussten somit den Einzelhandelspreis für Benzin an der Zapfsäule. Außerdem trieben schlechte Witterungsverhältnisse die Preise für Obst und Gemüse in die Höhe.
Diese Ereignisse fielen mit der Euro-Bargeldumstellung zusammen und wurden manchmal, wenn auch irrtümlicherweise, mit ihr in Verbindung gebracht. Laut einer Analyse von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften, war die direkte Auswirkung der Euro-Bargeldumstellung eher begrenzt: sie betrug nicht mehr als 0,3 Prozentpunkte einer für das gesamte Euro-Währungsgebiet geltenden Inflationsrate von 2,3 % im Jahr 2002.[1]
Darüber hinaus hat eine Studie[2] gezeigt, dass Verbraucher vor der Bargeldumstellung tendenziell davon überzeugt waren, die Preise würden zu ihrem Nachteil steigen oder aufgerundet werden. Diese Erwartungshaltung scheint ihre spätere Wahrnehmung signifikant beeinflusst zu haben.
Schließlich erinnern sich viele Verbraucher heute immer noch an ein altes Preisniveau in ihrer nationalen Währung, das mit der Zeit immer unrealistischer wird.
Umfragen der Europäischen Kommission[3] zeigen aber auch, dass sich die Verbraucher an den Euro gewöhnt haben und dass das Gefälle zwischen gefühlter und tatsächlich gemessener Inflation allmählich kleiner wird.
Information darüber, wie die Inflation im Euro-Währungsgebiet gemessen wird, sind unter www.ecb.europa.eu/stats/prices/hicp abrufbar.
[1] Siehe dazu Eurostat-Pressemitteilungen 23/2002, 58/2002, 84/2002 und 69/2003.
[2] E. Traut-Mattausch, S. Schulz-Hardt., T. Greitemeyer und D. Frey, Expectancy confirmation in spite of disconfirming evidence: the case of price increases due to the introduction of the euro, in European Journal of Social Psychology, Bd. 34, Nr. 6, S. 739-760, 2004.
[3] Flash Eurobarometer 2002, 2003 und 2004
EI.008 01/12
Europäische Zentralbank