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Das Kapital der Europäischen Zentralbank (EZB) stammt von den nationalen Zentralbanken (NZBen) aller EU-Mitgliedstaaten. Es beläuft sich auf 10 760 652 402,58 € (Stand: 29. Dezember 2010).
Der Anteil der NZBen an diesem Kapital wird mithilfe eines Schlüssels berechnet, der dem Anteil des jeweiligen Landes an der Gesamtbevölkerung und dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union (EU) entspricht. Diese beiden Bestimmungsfaktoren werden bei der Berechnung gleich gewichtet. Die EZB passt die Kapitalanteile alle fünf Jahre und immer dann an, wenn ein neues Land der EU beitritt. Die Anpassung erfolgt auf der Grundlage von Daten, die von der Europäischen Kommission bereitgestellt werden.
Seit dem Beginn der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion am 1. Januar 1999 wurde der Schlüssel für die Kapitalzeichnung viermal geändert: am 1. Januar 2004 sowie am 1. Januar 2009 fand die nach fünf Jahren vorgesehene reguläre Aktualisierung statt; zusätzliche Änderungen wurden am 1. Mai 2004 (als die Tschechische Republik, Estland, Zypern, Lettland, Litauen, Ungarn, Malta, Polen, Slowenien und die Slowakei EU-Mitgliedstaaten wurden) sowie am 1. Januar 2007 (als Bulgarien und Rumänien der EU beitraten) vorgenommen.
Mit Wirkung vom 29. Dezember 2010 erhöhte die EZB ihr gezeichnetes Kapital von 5,76 Mrd € auf 10,76 Mrd € (siehe die entsprechende Pressemitteilung der EZB vom 16. Dezember 2010). Es wurde vereinbart, dass die NZBen des Eurogebiets die aus der Erhöhung resultierenden zusätzlichen Kapitalbeiträge in drei Raten bezahlen würden. Die ersten beiden Raten wurden am 29. Dezember 2010 bzw. am 28. Dezember 2011 gezahlt, die letzte Rate wurde am 27. Dezember 2012 beglichen. Nach dieser Ratenzahlung beträgt das von den NZBen des Euroraums an die EZB gezahlte Kapital 7 529 282 289,35 €. Es verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Notenbanken:
| NZB | Kapitalschlüssel (in %) | Eingezahltes Kapital (in €) |
|---|---|---|
| Nationale Bank van België/Banque Nationale de Belgique | 2,4256 | 261 010 384,68 |
| Deutsche Bundesbank | 18,9373 | 2 037 777 027,43 |
| Eesti Pank | 0,1790 | 19 261 567,80 |
| Banc Ceannais na hÉireann/Central Bank of Ireland | 1,1107 | 119 518 566,24 |
| Bank of Greece | 1,9649 | 211 436 059,06 |
| Banco de España | 8,3040 | 893 564 575,51 |
| Banque de France | 14,2212 | 1 530 293 899,48 |
| Banca d’Italia | 12,4966 | 1 344 715 688,14 |
| Zentralbank von Zypern | 0,1369 | 14 731 333,14 |
| Banque centrale du Luxembourg | 0,1747 | 18 798 859,75 |
| Bank Ċentrali ta’ Malta/Central Bank of Malta | 0,0632 | 6 800 732,32 |
| De Nederlandsche Bank | 3,9882 | 429 156 339,12 |
| Oesterreichische Nationalbank | 1,9417 | 208 939 587,70 |
| Banco de Portugal | 1,7504 | 188 354 459,65 |
| Banka Slovenije | 0,3288 | 35 381 025,10 |
| Národná banka Slovenska | 0,6934 | 74 614 363,76 |
| Suomen Pankki – Finlands Bank | 1,2539 | 134 927 820,48 |
| Insgesamt1 | 69,9705 | 7 529 282 289,35 |
Gemäß Artikel 33 der Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank (siehe Rechtlicher Rahmen) werden die Nettogewinne und die Verluste der EZB wie folgt behandelt:
Verteilung der Nettogewinne und Verluste der EZB
33.1. Der Nettogewinn der EZB wird in der folgenden Reihenfolge verteilt:a) Ein vom EZB-Rat zu bestimmender Betrag, der 20 % des Nettogewinns nicht übersteigen darf, wird dem allgemeinen Reservefonds bis zu einer Obergrenze von 100 % des Kapitals zugeführt;
b) der verbleibende Nettogewinn wird an die Anteilseigner der EZB entsprechend ihren eingezahlten Anteilen ausgeschüttet.
33.2. Falls die EZB einen Verlust erwirtschaftet, kann der Fehlbetrag aus dem allgemeinen Reservefonds der EZB und erforderlichenfalls nach einem entsprechenden Beschluss des EZB-Rates aus den monetären Einkünften des betreffenden Geschäftsjahres im Verhältnis und bis in Höhe der Beträge gezahlt werden, die nach Artikel 32.5 an die nationalen Zentralbanken verteilt werden.
1) Mögliche Differenzen in den Summen durch Runden der Zahlen
Die NZBen der zehn Länder der EU, die nicht dem Euroraum angehören, müssen als Beitrag zu den Betriebskosten, die der EZB durch die Teilnahme der NZBen dieser Staaten am Europäischen System der Zentralbanken entstehen, einen geringen Prozentsatz ihres Anteils am gezeichneten Kapital der EZB einzahlen. Seit dem 29. Dezember 2010 belaufen sich die Beiträge der zehn Länder auf 3,75 % ihres gesamten Anteils am gezeichneten Kapital. Das von den NZBen der Länder außerhalb des Eurogebiets eingezahlte Kapital beträgt 121 176 379,25 € und gliedert sich wie folgt auf:
| NZB | Kapitalschlüssel (in %) | Eingezahltes Kapital (in €) |
|---|---|---|
| Bulgarische Nationalbank (Българска народна банка) | 0,8686 | 3 505 013,50 |
| Česká národní banka | 1,4472 | 5 839 806,06 |
| Danmarks Nationalbank | 1,4835 | 5 986 285,44 |
| Latvijas Banka | 0,2837 | 1 144 798,91 |
| Lietuvos bankas | 0,4256 | 1 717 400,12 |
| Magyar Nemzeti Bank | 1,3856 | 5 591 234,99 |
| Narodowy Bank Polski | 4,8954 | 19 754 136,66 |
| Banca Naţională a României | 2,4645 | 9 944 860,44 |
| Sveriges Riksbank | 2,2582 | 9 112 389,47 |
| Bank of England | 14,5172 | 58 580 453,65 |
| Insgesamt1 | 30,0295 | 121 176 379,25 |
Die nicht dem Euroraum angehörenden NZBen haben weder Anspruch auf ausschüttbare EZB-Gewinne, noch müssen sie für Verluste der EZB aufkommen.
1) Mögliche Differenzen in den Summen durch Runden der Zahlen