In den Abbildungen rechts ist die Entwicklung von Gesamtwert und Anzahl der zwischen 2002 und Ende 2010 im Umlauf befindlichen Euro-Banknoten dargestellt.
In Abbildung 1 ist zu erkennen, wie sich der Wert des Euro-Banknotenumlaufs seit der Bargeldeinführung im Januar 2002 erhöht hat (siehe rot gestrichelte Linie). Ende 2010 belief er sich auf 840 Mrd €.
Aus Abbildung 2 wird ersichtlich, dass immer mehr Euro-Banknoten im Umlauf sind (siehe rot gestrichelte Linie) – Ende Dezember 2010 waren es 14 Milliarden. In dieser Zahl sind auch Sichteinlagen bei Banken enthalten.
Nach der Einführung des Euro-Bargelds im Jahr 2002 nahmen sowohl der Wert als auch die Anzahl der Banknoten fortlaufend zu, wobei die Wachstumsraten jedoch – mit einer Ausnahme – allmählich sanken. Im Oktober 2008 kam es nach der Insolvenz von Lehman Brothers und der Verschärfung der Finanzkrise zu einer deutlichen Zunahme, da viele Bankkunden Geld von ihren Sparkonten abhoben. Beim Euro-Banknotenumlauf wurde im besagten Monat ein Wertzuwachs um zusätzliche 35-40 Mrd € verzeichnet.
2009 normalisierte sich die Lage wieder. Interessanterweise sind die Banknoten, die 2008 zusätzlich in den Umlauf gelangten, bislang nicht an die nationalen Zentralbanken (NZBen) des Euroraums zurückgeflossen. Offenbar werden diese Geldscheine sowohl innerhalb als auch außerhalb des Euroraums weiterhin von Privatpersonen gehalten.
Ebenso sind Wert und Anzahl der im Umlauf befindlichen Euro-Münzen seit 2002 stetig gestiegen. Ende 2010 waren 93 Milliarden Münzen im Wert von 22 Mrd € im Umlauf. Der Anteil der Münzen mit niedrigem Nennwert (1, 2 und 5 Cent) nahm kontinuierlich zu und belief sich Ende 2010 auf rund 60 % des gesamten Münzumlaufs.
Von den sieben Stückelungen der Euro-Banknoten werden bei den alltäglichen Zahlungen vor allem Banknoten mit niedrigem und mittlerem Nennwert genutzt, die normalerweise über Geldautomaten ausgegeben werden. Die hohen Stückelungen (200 € und 500 €) ermöglichen das Halten großer Bargeldbeträge. Sie dienen vor allem als Wertaufbewahrungsmittel, werden aber auch für den Kauf teurer Waren eingesetzt.
In den Abbildungen unten ist der Umlauf der sieben Banknotenstückelungen dargestellt. Ende 2010 waren rund 6 Milliarden 50-€-Banknoten im Umlauf. Diese Stückelung machte fast 40 % der Gesamtanzahl und ein Drittel des Gesamtwerts des Banknotenumlaufs aus. Der Anteil der im Umlauf befindlichen 500-€-Banknoten mit einem Wert von insgesamt 288 Mrd € belief sich auf ungefähr ein Drittel des Gesamtwerts aller im Umlauf befindlichen Euro-Banknoten.
Nicht nur Ansässige des Eurogebiets nutzen Euro-Banknoten. Da der Euro eine internationale Währung ist, werden die Geldscheine auch außerhalb des Euroraums verwendet und verbleiben zum Teil dort.
Den jüngsten Statistiken zufolge dürften sich – gemessen am Wert – zwischen 20 % und 25 % der im Umlauf befindlichen Euro-Banknoten im Besitz von Personen außerhalb des Eurogebiets befinden. Als die Turbulenzen an den Finanzmärkten im Oktober 2008 eskalierten, stieg die Nachfrage nach Euro-Banknoten im Ausland drastisch an. Insbesondere in osteuropäischen Ländern, die nicht der EU angehören, wurden aufgrund der Abwertung der Landeswährungen gegenüber dem Euro deutlich mehr Euro-Banknoten nachgefragt. Diese Euro-Banknoten bleiben im Umlauf, wobei davon auszugehen ist, dass sie sich im Besitz von Ansässigen außerhalb des Euro-Währungsgebiets befinden.
Der Weg der Banknoten in der Wirtschaft ist vorgezeichnet: Geschäftsbanken ordern sie bei den Zentralbanken und geben sie dann über Geldautomaten aus. In Geschäften, Märkten und an sonstigen Orten werden sie zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen genutzt und dann beispielsweise von Einzelhändlern wieder bei Banken eingezahlt. Diese schicken die Geldscheine im Anschluss wieder an ihre jeweilige Zentralbank, wo sie auf Echtheit und Umlauffähigkeit geprüft werden.
Die Bargeldversorgung ist in jedem Land anders organisiert und hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
Aus diesen Gründen ist ein einheitliches Modell für die Organisation des nationalen Bargeldkreislaufs im Euroraum nicht praktikabel.
Trotz der eben genannten Unterschiede strebt das Eurosystem weiterhin eine stärkere Harmonisierung der von den Zentralbanken des Eurogebiets angebotenen Bargelddienstleistungen an. Hierzu werden die Beteiligten auf nationaler und europäischer Ebene konsultiert. Durch eine stärkere Harmonisierung und Integration können sie mehr Nutzen aus der einheitlichen Währung ziehen.
Die Grundlage für das Vertrauen in Banknoten ist ihre Echtheit sowie ihre hohe Qualität. Daher prüfen die Zentralbanken des Euroraums die Geldscheine, um deren Echtheit zu gewährleisten und um vor einer Wiederausgabe sicherzustellen, dass sie nicht zu stark verschmutzt oder beschädigt sind.
Die NZBen verfügen über vollautomatisierte Geräte zur Banknotenbearbeitung, welche die Geldscheine nach Erhalt prüfen. Diese Geräte sortieren die Banknoten, um hohe Qualitätsstandards zu wahren. 2010 zogen die NZBen rund 5,8 Milliarden nicht umlauffähige (d. h. stark verschmutzte oder beschädigte) Banknoten aus dem Verkehr und ersetzten diese durch neue Banknoten. Nicht umlauffähige Banknoten werden vernichtet.